AKTUELLES

Aktuelles vom WGG sowie zu den Themen Genomeditierung, Genome Editing, neue genomische Techniken (NGT) und Gentechnik im Agrar-und Lebensmittelbereich

„Was immer du tun kannst oder träumst, es zu können, fang damit an! Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich.“

(Johann Wolfgang von Goethe).

Presse- und Medienberichte

Nichts ist aktueller als die aktuellen Presse- und Medienberichte zu den obengenannten Themen.

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Sunday Evening News  (SENews)

Rückblick auf die Woche mit Tagungen, ausgewählten Berichten, Pressemeldungen  und Literatur

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Aktuell

05.02.2026

Urteil des Gerichtshofs in den verbundenen Rechtssachen C-364/24 und C-393/24 | Fidenato

Die Mitgliedstaaten können unter bestimmten Voraussetzungen den Anbau von genetisch veränderten Organismen (GVO) in ihrem Hoheitsgebiet untersagen

Der Gerichtshof bestätigt das Verfahren, das es der Kommission ermöglicht, auf Antrag eines Mitgliedstaats mit stillschweigender Zustimmung des Zulassungsinhabers das Gebiet, in dem ein GVO angebaut werden darf, einzuschränken, und er bestätigt, dass das Verbot des Anbaus von MON-810-Mais, das in Italien auf der Grundlage dieses Verfahrens eingeführt wurde, rechtmäßig ist

https://curia.europa.eu/site/upload/docs/application/pdf/2026-02/cp260009de.pdf

https://infocuria.curia.europa.eu/tabs/document/C/2024/C-0364-24-00000000RP-01-P-01-3408258/ARRET/315173-DE-1-html

 

02.02.2026

 

Ricroch, A., Rahal, W.B., Genty, B. et al. (2026): Global status of genome editing versus transgenesis legislation in plants and the current EU situation. npj Sci. Plants 2, 3 (2026). https://doi.org/10.1038/s44383-025-00016-2

Precise breeding programs using new genome editing techniques have been developed to create plant varieties adapted to climate change. We studied the regulatory status of the 196 members of the United Nations (distinguishing the four UK countries) according to their legislation on transgenesis. We identified eight statuses for these techniques: ‘allowed for any use’ (24 countries, Argentina being the first in 2015), ‘allowed for import’ (1), ‘legislation under discussion’ (37), ‘not allowed except for food aid’ (0), ‘not allowed’ (3), ‘regulated as transgenics’ (7), ‘no legislation’ (114) and ‘no data available’ (10). We discussed the current situation in the European Union (EU) as many countries are awaiting its regulation. We also examined field trials carried out by six EU countries. We looked at authorised and commercialised gene-edited (GenEd) plants. Countries that have authorised transgenic (Tr) plants are 22.6% more likely to approve GenEd plants than those that have not.

https://www.nature.com/articles/s44383-025-00016-2

01.01.2026

 

Zypern hat turnusmäßig die EU-Ratspräsidentschaft übernommen

Unter der zyprischen Ratspräsidentschaft wird sicherlich der Trilog zu Anwendungen der neuen genomischen Techniken (NGT) beendet werden. Die Ratspräsidentschaft wird nicht mehr direkt in das Verfahren eingreifen. Sie muss noch die Abstimmung im Rat( 30. Märtz 2026 ?) organisieren.

 Neu: 

 

 

 

Der lange Weg vom Kommissionsvorschlag bis zu einer Verordnung zur Regulierung von Pflanzen aus den neuen genomischen Techniken (NGT)

Was ist? 

In vielen Kommentaren und Pressemeldungen wird die Annahme des NGT-Kompromissverschlags aus dem Trilogverfahren bereits als die rechtskräftige Verordnung zur Regulation der neuen genomischen Techniken bei Pflanzen dargestellt. Dies ist jedoch nicht der Fall; es ist weiterhin ein Vorschlag wie eine Regulation aussehen könnte!

Wie geht es weiter?

Der Kompromissvorschlag unterliegt nun einer sprachlichen Überprüfung und der Vereinbarkeit mit den entsprechenden einschlägigen europäischen Gesetzen. Anschließend muss der Rat noch sein Votum über Vorschlag abgeben. Bei einem positiven Votum geht der Gesetzesvorschlag in die abschließenden Abstimmungen im ENVI-Ausschuss und im Plenum des EU-Parlaments (April/Mai). Mit dem Abschluss des Verfahrens und der Verkündung des Gesetzes (der Verordnung) könnte dann Ende Mai 2026 gerechnet werden.

► Sitzung ENVI-Ausschuss des EU-Parlaments – Diskussion zum NGT-Kompromissvorschlag und Abstimmung

Die Mitglieder des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI-Ausschuss) des Europäischen Parlaments haben am 28 Januar 2026 mit großer Mehrheit (59 Ja-Stimmen, 24 Nein-Stimmen, 2 Enthaltungen) dem im Trilogverfahren erzielten Kompromiss (NGT-Kompromissvorschlag*) zur Regulierung von Anwendungen der neuen genomischen Techniken bei Pflanzen zugestimmt.

    *  ► NGT-Kompromissvorschlag aus Triologverfahren: Abgestimmter Text zwischen den Vertretern aus dem Rat,                            EU-Parlament und der EU-Kommission

► WGG: Der ENVI-Ausschuss stimmt dem NGT-Kompromissvorschlag zu – ein weiterer Schritt für eine Gesetzgebung zur            Regulation neuer genomischer Techniken

► Offener Brief der Vereine AFBV, FGV, GfPB und WGG an die Mitglieder des ENVI-Ausschusses (Schreiben in Deutsch,                12.01.2025)

Der Weg zum Trilog-Verfahren

► Die politischen Debatten im EU-Parlament und im Rat der Europäischen Union sind abgeschlossen. Beide Gremien haben jeweils ihren gemeinsamen Standpunkt gefunden. Das EU-Parlament hat ihn am 07.02.2024 gefunden und am 24.04.2024 in 1. Lesung bestätigt. Der Rat hat den polnischen NGT-Vorschlag mit qualifizierter Mehrheit am 14.03. 2025 angenommen. Das Trilog-Verfahren kann nun beginnen. Beginn der Verhandlungen zwischen Rat-Parlament-Kommission sind für Ende April 2025 vorgesehen. Über den Fortgang der Verhandlungen wird laufend informiert. 

      ► WGG-Statements zu den NGT-Vorschlägen der Ratspräsidentschaften

AFBV-WGG: Unter polnischer Präsidentschaft hat der Rat der Europäischen Union den Vorschlag für eine Verordnung über Neue Genomische Techniken (NGT) mit qualifizierter Mehrheit angenommen

 

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Bereich Gentechnik / Anwendungen, die nicht unter die neuen genomischen Techniken fallen

Freisetzungen von gv-Pflanzen für Forschungszwecke

► Freilandversuche 2025 mit gentechnisch veränderten und genomeditierten Pflanzen in Europa

► Feldlandversuche 2025 in der EU

 

Zulassungsverfahren von gentechnisch veränderten Pflanzenin der EU

1. EFSA Sicherheitsbewertungen – Risikobewertung 

Bislang wurde noch keine Pflanze , die den Kriterien einer NGT-Pflanze entsprechen, bewertet.

Sicherheitsbewertungen 2025

Die EFSA hat 2025 für 22 gv-Pflanzen die Sicherheitsbewertungen abgeschlossen. Für 18 gv-Pflanzen wurden die Stellungnahmen 2025 veröffentlicht (5 Baumwolle, 7 Mais, 2 Raps, 3 Sojabohne, 1 Zuckerrübe 1). Für 4 Sojabohnenvaritäten stehen die Veröffentlichungen noch aus.

►  Sicherheitsbewertungen 2025

2. Komitologieverfahren – Risikomanagement

Komitologieverfahren 1. Halbjahr 2026

Am 27. 01.2026 hat der Berufungsausschuss über die Erneuerung der Zulassung der gv-Pflanzen GHB614 x LLCotton25, T304-40, T25 sowie der Neuzulassung der Sojabohne DBN-09004-6 beraten und abgestimmt. Die Mitgliedsstaaten haben sich zu keiner Entscheidung durchringen können. Sie überlassen Entscheidung zur Genehmigung der Zulassung zum Import als Lebens- und Futtermittel der Kommission.

► Komitologieverfahren 2026

 

3. Zulassungen von gv-Pflanzen

Zulassungen von gv-Pflanzen zum Import als Lebens- und Futtermittel in der EU

Zugelassen sind nur Pflanzenvarietäten von Baumwolle, Mais, Raps, Sojabohnen und Zuckerrüben. 

Eine Übersicht zu den Zulassungen der letzten 10 Jahre finden Sie ► hier.

   Zulassungen von gv-Pflanzen 2025 

►  Die EU-Kommission hat sechs (6) gv-Pflanzen (Mais (5), Sojabohne (1) neu zugelassen und für drei gv-Pflanzen (Mais , Raps und Sojabohne) die Zulassungen erneuert. Die Zulassungen gelten jeweils für 10 Jahre. Ein kommerzieller Anbau ist explizit ausgeschlossen. 

Insgesamt sind 87 gv-Pflanzen zum Import als Lebens- und Futtermittel in der EU zugelassen.

26.12.2025

 

   Zahl der in der EU zum Import als Lebens-     und Futtermittel zugelassen gv-Pflanzen

           Zulassungen von gv-Pflanzen im Zeitraum 2015 -2025

Lebensmittelenzyme

Alles zu Lebensmittelenzymen finden Sie unter https://www.biotech-enzymes.com/

Die Problematik von r-DNA in Fermentationspropdukten ist immer noch latent. Unklar ist, ob die Kommission hier eine Regulierung anstrebt. Auf der bgf-Enzymwebseite ist  ► eine Zusammenstellung von Informationen dazu eingestellt.

Sowa, S., Broothaerts, W., Burns, M., De Loose, M., Debode, F. et al. (2025): Detection of microorganisms, obtained by new genomic techniques, in food and feed products. | https://data.europa.eu/doi/10.2760/1846532

https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC143597

EFSA-Sicherheitsbewertungen 2025

2025 hat das FEZ-Panel 98 Lebensmittelenzyme sicherheitsbewertet und bis zum 30.12.2025 wurden für 86 Lebensmittelenzyme die entsprechenden Stellungnahmen veröffentlicht. 44 Stellungnahmen beziehen sich auf Enzyme aus konventionellen Organismen und 42 auf Enzyme, die mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen wurden.

► Lebensmittelenzyme 2025 sicherheitsbewertet – Stellungnahmen veröffentlicht

Bis Ende 2025 wurden insgesamt ► 402 Lebensmittelenzyme sicherheitsbewertet. Von diesen Lebensmittelenzymen wurden ► 203 mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen. Da die Produkte den lebenden Produktionsorganismus nicht mehr enthalten, musste keine Sicherheitsbewertung nach der Freisetzungsrichtlinie 2001/18 EG oder der Verordnung EG 1829/2003 durchgeführt werden.

Die ► Stichtagsliste enthält nur noch 19 Lebensmittelenzyme. 15 davon sind bereits im Bewertungsverfahren. Die Sicherheitsbewertungen aller Enzyme aus dieser Liste sollten 2026 angeschlossen werden können. Nach Abschluss der Sicherheitsbewertungen könnte dann 2027 die „Union-List“ erstellt und veröffentlicht werden.

 

            Anzahl der Sicherheitsbewertungen in den einzelnen Jahren

Bemerkenswert und zum Nachdenken in der heutigen Zeit, in der viele Lebensmittel als „frei von…..“ oder „ohne ….“ ausgelobt werden

1 Million Pfund Prämie bereits 2010 für das erste chemiefreie Produkt Großbritanniens ausgesetzt.

Die Royal Society of Chemistry (RSC) hat eine Belohnung von 1 Million Pfund für die erste Person ausgesetzt, die das Unmögliche schafft: ein Produkt zu entwickeln, das nach Ansicht der RSC zu 100 % chemikalienfrei ist.

https://www.rsc.org/news-events/articles/2010/02-february/chemical-free/?

Bis heute wurde allerdings die Prämie noch nicht eingelöst

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